Schwäbisch Gmünd – Die SPD-Bundestagsabgeordnete Saskia Esken aus Calw war kürzlich in Schwäbisch Gmünd. Als Betreuungsabgeordnete für den Wahlkreis Schwäbisch Gmünd/Backnang betont Esken die Bedeutung eines engen Austauschs mit regionalen sozialen Einrichtungen. Begleitet wurde sie vom SPD-Kreisvorsitzenden Jakob Unrath. Die beiden diskutierten mit Jana Siebörger (Schuldenberatung), Britta Wertner-Penteker (Migrationsberatung) sowie Diakon Hartmut Wohnus (Sozial- und Lebensberatung) von der Diakonie über deren aktuellen Arbeitsschwerpunkte und offene Fragen aus der Praxis aus.
Kreisvorsitzender Unrath betonte, wie wichtig der SPD „Gespräche mit Verantwortlichen aus der Praxis sind, damit diese in die Entscheidungen der Parlamentarier in Berlin einfließen können“. Esken würdigte die Arbeit der Diakonie in allen Bereichen. Sie hob den gesellschaftlichen Zusammenhalt hervor, der in Zeiten von Reformen und bei geringen Steuereinnahmen aus Sicht der SPD nicht verloren gehe dürfe. Ein starker Sozialstaat sei wichtig; Prävention koste zwar initial etwas Zeit, zahle sich aber langfristig aus – insbesondere vor dem Hintergrund von Integrationsherausforderungen, Überschuldung und riskanten Lebenslagen.
Siebörger hob hervor, dass die Zahl der überschuldeten Haushalte wieder deutlich zunehme, viele junge Menschen seien betroffen. Auch durch neue Informationsmöglichkeiten, wie künstliche Intelligenz und Suchmaschinen, bleibe die Beratung ein wichtiges Instrument, die Begleitung in diesen schwierigen Phasen sei essentiell. Dem stimmte Esken zu, beides müsse seinen Platz haben, die Technik sei nur eine Unterstützung. Bei der Migrationsberatung sei man gut organisiert, jedoch bereite der Sparkurs große Sorgen, so Wertner-Penteker. Man habe unter großen Anstrengungen Integration in den vergangenen Jahrzehnten unter teils schwierigen Bedingungen organisiert. „Jetzt überall Gelder zu streichen und Stellen abzubauen erschwert eine wichtige Arbeit, damit Menschen schneller ihr Leben organisieren und in Arbeit kommen können“, so Britta Wertner-Penteker. Hartmut Wohnus brachte gegenüber der Abgeordneten seine Sorge zum Ausdruck, die er auch in seiner beruflichen Praxis erfahre. Es bestehe eine aggressive Stimmung. Menschen würden gegeneinander ausgespielt werden, was nicht passieren dürfe. Politik muss den Zusammenhalt wieder stärken. Glaubwürdigkeit ist ein hohes Gut und schütze die Demokratie, so der Diakon.
Statt Kürzungen brauche es verlässlich finanzierte Strukturen, die soziale Teilhabe sichern, waren sich die Anwesenden einig. Die Abgeordnete und der Kreisvorsitzende nahmen die Anregungen und Informationen mit, dankten für die wertvolle Arbeit der Diakonie und wollen weiterhin im Austausch bleiben.
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