Potenziale von Frauen müssen gesehen werden

Bundestagsabgeordnete Saskia Esken besucht Agentur für Arbeit in Nagold

Die Situation auf dem regionalen Arbeitsmarkt, die Chancen für Frauen und die bestehenden Hürden standen im Mittelpunkt des Besuchs der SPD-Bundestagsabgeordneten Saskia Esken in der Agentur für Arbeit in Nagold. Gemeinsam mit Agenturchefin Martina Lehmann und Birgit Galluccio, der neuen Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, wurden diese und weitere Fragen am Dienstag dieser Woche diskutiert. Mit dabei war auch der stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende, Carl Staud.

Zum Einstieg zeichnete Lehmann ein Bild mit Licht und Schatten am regionalen Arbeitsmarkt. „Wir konnten das hohe Niveau in der Kurzarbeit nahezu halbieren, die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr bereits den dritten Monat in Folge leicht reduzieren, indem wir durchschnittlich fast 1000 Menschen pro Monat wieder in Arbeit bringen konnten. Auch bei der Qualifizierung für einen neuen Job geht es deutlich voran. Zur bitteren Wahrheit gehört aber auch der deutliche Einbruch bei den gemeldeten Stellen und nun noch ganz aktuell die Insolvenz des Verpackungsmittelherstellers Frischfaserkarton in Baiersbronn.“ 220 Beschäftigte haben dort nun endgültig ihren Arbeitsplatz verloren. „Das ist unglaublich hart für die Betroffenen und belastend für unsere gesamte Region, unsere Unterstützung läuft bereits auf vollen Touren,“ so Lehmann weiter.

Frauen häufig in Teilzeit und Helfertätigkeiten

Ein Schwerpunkt des Gesprächs war die besondere Situation von Frauen auf dem regionalen Arbeitsmarkt. Frauen arbeiten überdurchschnittlich häufig in Teilzeit, sind vielfach in Helfertätigkeiten beschäftigt und haben damit ein höheres Risiko, arbeitslos zu werden.

Hier setzt die Arbeit der neuen Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt für den Süden des Arbeitsagenturbezirkes an. Birgit Galluccio stellte sich und ihren neuen Aufgabenbereich vor und gab dabei auch einen persönlichen Einblick. Als Mutter kennt sie die Herausforderungen, die entstehen können, wenn Familie und Beruf miteinander vereinbart werden müssen, aus eigener Erfahrung. „Ich sehe mich als Brückenbauerin zwischen Arbeitsmarkt, Unternehmen, Menschen und regionalen Netzwerkpartnern“, erklärte Galluccio. „Ich möchte Hindernisse sichtbar machen und gemeinsam mit den Betroffenen nach Lösungen suchen und dabei gerade auch Frauen erreichen, die sich in schwierigen persönlichen oder beruflichen Situationen befinden.“

Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Information und Beratung zu Fragen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, des beruflichen Wiedereinstiegs, nach Ausbildungen auch in Teilzeit und der Qualifizierung. Ein wesentlicher Bestandteil ist außerdem die Netzwerkarbeit.

Dazu gehört auch eine Vielzahl von Veranstaltungen und Informationsangeboten. Ein wichtiger Termin ist der Frauenwirtschaftstag am 17. Oktober in der Arbeitsagentur in Nagold, bei dem sich Frauen über finanzielle Eigenständigkeit und berufliche Möglichkeiten informieren, neue Perspektiven kennenlernen und Kontakte knüpfen können.

„Allein schon zum Erhalt der Berufsfähigkeit ist eine berufliche Tätigkeit für Frauen sehr wichtig, auch um die eigene finanzielle Unabhängigkeit zu sichern,“ betonte Esken.

Am Ende des Gesprächs bestand Einigkeit darüber, dass es eine Vielzahl an Angeboten und Möglichkeiten für Frauen gibt. Die Herausforderung besteht darin, diese bekannt zu machen und die Frauen zu ermutigen, sie für die eigene berufliche Entwicklung zu nutzen.

„Es gibt viele Wege, die berufliche Situation zu verbessern, sei es durch Qualifizierung, Weiterbildung oder auch einem kompletten Neustart. Wichtig ist mir, dass Frauen ihre Möglichkeiten kennen und sich mit Selbstbewusstsein auf den für sie passenden Weg machen. Wir unterstützen sie dabei gerne.“, fasste Lehmann zusammen.

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