Kolumne Neckar-Chronik: Familien sind systemrelevant!

AM 22.05.2020 WURDE DER KOLUMNEN-BEITRAG "Familien sind systemrelevant!" VON SASKIA ESKEN IN DER NECKAR-CHRONIK HORB VERÖFFENTLICHT.

(Bildquelle: Colourbox)

Familien sind in Zeiten von Corona mehrfach belastet: Manches Einkommen bricht ein, notgedrungen übernehmen Eltern die Bildung und Betreuung der Kinder und versuchen gleichzeitig, den Erwartungen im Job gerecht zu werden.

Dabei ist die Zukunft unserer Gesellschaft auf die gute Entwicklung und Bildung der Kinder angewiesen. Ob dieses Heranwachsen gut gelingt, hängt nicht nur von Familien ab, sondern auch von Kitas und Schulen, vom Freundeskreis, von Vereinen und anderen Institutionen. In Zeiten von Corona ersetzt Familie das alles, und das ist vor allem für berufstätige Eltern eine krasse Überforderung. Zudem leiden gerade Kinder und Jugendlichen besonders, wenn soziale Kontakte fehlen. Es ist deshalb eine gute Nachricht, dass Schulen und Kitas jetzt nach und nach ihre Türen wieder öffnen.

Dabei müssen wir die Eindämmung der Corona-Pandemie weiter ernstnehmen. Kitas und Schulen werden auch nach den Sommerferien ihre Bildungs- und Betreuungsangebote nicht wie gewohnt leisten können. Um Kontakte zu begrenzen, wird man fest definierte Kleingruppen abwechselnd betreuen, in Schulen ergänzt durch digital gestützte Lernangebote. Die digitale Bildung muss deshalb jetzt einen großen Meilenschritt vorangehen. Wir haben mit dem Digitalpakt 5 Milliarden Euro Bundesmittel für die digitale Ausstattung der Schulen bereitgestellt. Zuletzt haben wir auf meine Initiative hin die Mittel um eine halbe Milliarde für digitale Endgeräte für bedürftige Schüler*innen aufgestockt. Niemand soll zurückbleiben, nur weil zuhause die digitale Ausstattung fehlt.

Doch auch die Familien brauchen jetzt Unterstützung! Die Lohnfortzahlung, die Eltern bei fehlender Kinderbetreuung zusteht, muss verlängert werden. Dazu müssen wir gerade jetzt den Eltern ein Recht auf Familien-Teilzeit einräumen und das fehlende Einkommen wenigstens teilweise ausgleichen. Mir ist es wichtig, dass wir dabei auf eine partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbsarbeit und Familienarbeit zu achten, sonst besteht die Gefahr, dass wir in längst überwundene Geschlechterrollen zurückfallen.

Familien leisten gerade in dieser schwierigen Zeit einen herausragenden Job. Ich danke allen alleinerziehenden und allen partnerschaftlichen Eltern – ihre Arbeit ist von unfassbarem Wert für unsere Gesellschaft und unsere Zukunft. Familien weisen uns den Weg, um diese Krise zu meistern.

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