Saskia Esken
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Keine Angst vor dem Wolf - Sommertour Teil 2

Zwei aufregende Wochen im Wahlkreis gingen zuende

Gernot Fröschle ist ein beeindruckender Mann. Gemeinsam mit seiner Frau Karen sind sie für mehr als 700 Schafe verantwortlich. Begleitet hat uns auf unserem Termin Helmut Andrä, ein Genosse aus Schömberg

Bevor ich im August noch eine weitere Woche im Wahlkreis unterwegs sein werde, bin ich 14 Tage raus: Urlaub!!! Ich wünsche Euch eine wunderbare, geruhsame Sommerzeit und melde mich jetzt erst mal ab.

Davor will ich Euch aber noch über den zweiten Teil unserer Sommertour durch den Wahlkreis berichten und mich auf diesem Weg bei all denen bedanken, die mich bei den Terminen begleitet haben oder die sich bei einer unserer Veranstaltungen zum Thema "Lust auf morgen - #SPDerneuern" so debattenfreudig beteiligt haben.

Keine Angst vor dem Wolf

Eines der für mich spannendsten Treffen in der vergangenen Woche war das Gespräch mit Gernot Fröschle am Donnerstag. Zur Erinnerung: Ein Wolf war im April für den Tod von 44 seiner Schafe verantwortlich. Auch wenn wir politisch oft nicht einer Meinung sind, bewundere ich Herrn Fröschle für seine Art, wie er mit dem Thema umgeht. Pragmatisch, sachlich, unaufgeregt, wie ein Macher eben. Für ihn steht nicht die Frage im Vordergrund, ob es jetzt gut oder schlecht ist, dass wieder Wölfe durch unsere Wälder streifen. Gernot Fröschle sagt eher Sätze wie "Der Wolf ist halt da, jetzt müssen wir schauen, wie wir mit ihm umgehen." oder "Jetzt müssen wir halt das Beste draus machen, vielleicht gibt es ja auch was Positives daran." Er sagt diese Sätze in vollem Bewusstsein, dass ihm bei dieser Einstellung beileibe nicht alle Menschen in seinem Umfeld zustimmen würden. Ein so großes Maß an Rückgrat verdient unseren Respekt.

Doch es darf nicht nur bei Worten bleiben: Für mich ist ein zentraler Punkt, dass wir auch von Bundesebene aus die Weidetierhaltung besser unterstützen. Schäfer und ihre Schafe sind nicht nur Wirtschaftsbetriebe, sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung unserer Kulturlandschaft und sind sogar selbst ein Kulturgut, das es zu erhalten gilt. In einem Beschluss der Koalitionsfraktionen im Bundestag haben wir versucht, das zu formulieren, doch mehr als ein Prüfauftrag war der Union nicht abzuhandeln (Link zum Dokument) gemacht. Ich freue mich aber für die Familie Fröschle, dass mit der Deklaration Baden-Württembergs als "Wolfsgebiet" die Unterstützung der Weidetierhalter beim Herdenschutz und die Entschädigung für Risse wesentlich leichter möglich ist. In den kommenden Wochen und Monaten wird Familie Fröschle für einen verbesserten Schutz ihrer mehr als 700 Schafe sorgen. 90 Prozent der Kosten für bessere Zäune übernimmt die Landesregierung - laut Fröschle zu wenig, aber ein Anfang. Was das Thema Herdenschutzhunde angeht, ist er dagegen noch etwas skeptisch. Der Umgang mit diesen "bellenden Schafen im Hundepelz" ist den Herdetierhaltern in Baden-Württemberg noch fremd, und auch das Umfeld müsste erst lernen, mit Hunden zurechtzukommen, die ihre Herde nicht nur nach innen behüten wie ein Hütehund, sondern aktiv nach außen beschützen. Dennoch müsste auch hier ein Anfang gemacht werden, damit wir langsam zu einer Situation kommen, die wir eine einigermaßen friedliche Koexistenz mit dem Wolf nennen können. Vielleicht wären ja auch Esel in der Schafherde eine Lösung - die schreien bei Gefahr so laut, dass der Wolf womöglich von seiner Idee ablässt, sich einer Herde zu nähern.

 

In Neubulach wird mit Robotern im Unterricht gearbeitet

Profilfach: Zukunft

Schon am frühen Morgen waren wir in Neubulach zu Besuch an der dortigen Gemeinschaftsschule, die ich schon seit vielen Jahren sehr eng und mit großer Begeisterung begleite. Erwartet haben uns Dr. Dominik Bernhart, Schulleiter der Starterschule, und die Neubulacher Bürgermeisterin Petra Schupp. Die GMS in Neubulach war bereits die zweite Gemeinschaftsschule auf unserer Tour. Wie schon in Loßburg (Artikel im Schwarzwälder Boten) war ich beeindruckt davon, wie in dieser Schulart mit Zukunftsthemen umgegangen wird. Längst können sich Schülerinnen und Schüler hier in den unterschiedlichen Altersstufen damit vertraut machen, wie ein "Computer" funktioniert und wie er denkt, sei es nun mit der Programmierumgebung "Turtle" oder mit programmierbaren Lego-Mindstorms-Robotern. Es ist deshalb nur folgerichtig, dass die Schule jetzt beantragt hat, das Profilfach Informatik an seiner Schule einzuführen. Im Schuljahr 2019/2020 soll das Projekt starten, ohne Informatik-Lehrkräfte geht das aber nicht, und die sind rar. In einem ersten Schritt geht Bernhart dieses Problem an, indem er seinen Lehrkräften eine Weiterbildung ermöglicht.

Kleiner fun fact am Rande:
Beim Thema Breitbandversorgung hält ein Teilort von Neubulach einen Rekord in Baden-Württemberg: Laut Bürgermeisterin Petra Schupp hat in Kohlerstal jedes der rund 15 Häuser einen Glasfaseranschluss. Damit sei das Dörfchen der schnellste geschlossene Ort im Land. Das muss ich mir unbedingt einmal aus der Nähe ansehen.

Was am Wochenende sonst noch los war, kann man in der kleinen Presseschau nachlesen:

  1. Tag der Begegnung in Nagold
  2. Staatsbesuch am Christophorus Gymnasium
  3. Festakt zum Thema 5 Jahre Gemeinschaftsschule in Horb
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