Althengstett-Simmozheim. Um sich ein Bild von den Gegebenheiten vor Ort zu machen organisierte der SPD-Ortsvereins Althengstett/Simmozheim eine Rundwanderung in das potenzielle Windvorranggebiet „Gerechtigkeitswald“ (WC 4). Rund 40 Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung, um gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Saskia Esken, der SPD-Landtagskandidatin Daniela Steinrode und dem Ortsvereinsvorsitzenden Yüksel Erdogan die 173 Hektar große Fläche vor Ort in Augenschein zu nehmen.
Windkraft bewegt die Menschen in Althengstett und Simmozheim – mit klaren Argumenten für und gegen. Befürworter sehen sie als wichtigen Beitrag zu Klimaschutz, regionaler Wertschöpfung und unabhängiger Energieversorgung. Kritiker machen auf Eingriffe in Wald, Artenschutz, Landschaft und auf mögliche Belastungen für Anwohner aufmerksam.
„Das Thema ist sehr emotional für alle Beteiligten“, erzählte Erdogan. „Jedes Projekt muss einzeln betrachtet werden, nur so lassen sich Lösungen finden, die von der Gemeinschaft getragen werden.“
Anwohner Andreas Söhnholz ergänzte: „Es wäre unvernünftig, nicht von Windkraft zu profitieren. Aber Umweltschutz und Energiegewinnung müssen im Gleichgewicht bleiben.“
Esken stellte den Zusammenhang zur bundespolitischen Verantwortung her: „Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist zentral, um Klimaneutralität zu erreichen und Deutschland unabhängiger von fossilen Energieimporten zu machen.“. Gleichzeitig betonte sie: „Die Akzeptanz vor Ort ist entscheidend. Beteiligungsmodelle sowie transparente Verfahren müssen gestärkt werden.“.
Steinrode unterstrich mit Blick auf die Landespolitik in Baden-Württemberg die Bedeutung einer sorgfältigen Regionalplanung und klarer naturschutzrechtlicher Prüfungen. Für sie steht fest: „Klimaschutz und Naturschutz dürfen keine Gegensätze sein. Vielmehr braucht es kluge Abwägungen und eine enge Einbindung der Kommunen, damit Wertschöpfung und Verantwortung in der Region bleiben.“
Die „Dialog-Wanderung“ endete am Grillplatz Brombach bei Glühwein und Punsch. Dort setzen viele Teilnehmende die Gespräche in kleineren Gruppen fort. Das Fazit der Runde lautete: Nur transparente Planungen, nachvollziehbare Gutachten und echte Mitbestimmung schaffen Vertrauen und Akzeptanz vor Ort.
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