Antrittsbesuch am Telefon

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Saskia Esken und der Bürgermeister von Bad Herrenalb, Klaus Hoffmann, besprechen aktuelle Herausforderungen in der Kurstadt und darüber hinaus.

Klaus Hoffmann und Saskia Esken bei ihrem Telefonat. (Fotos: Stadt Bad Herrenalb, Dietmar Wadewitz)

Kreis Calw. Sie hatten sich zu einem persönlichen Kennenlern-Gespräch verabredet – und wechselten angesichts der Kontaktbeschränkungen wegen der aktuellen Corona-Krise kurzerhand zum Telefonhörer: Die SPD-Bundestagsabgeordnete Saskia Esken und der Bürgermeister von Bad Herrenalb, Klaus Hoffmann, sprachen Anfang April über aktuelle Herausforderungen für Bürgerinnen und Bürger, die lokale Wirtschaft und die Stadtverwaltung. Klaus Hoffmann ist seit diesem Januar Bürgermeister im Kurort und Heilbad. Mit Volker Schlöder und Rainer Merkle nahmen auch zwei Vertreter des SPD-Ortsvereins Bad Herrenalb am Gespräch teil.

„Ich beschäftige mich derzeit mit vielen Themen in einer Tiefe, die ich ursprünglich erst für die nächsten Monate erwartet hatte. Das ermöglicht mir eine erstaunlich schnelle Einarbeitung in die Details“, erklärte Bürgermeister Hoffmann in Hinblick auf den Umgang mit der Corona-Pandemie. Aktuell bekomme das Gastgewerbe die wirtschaftlichen Auswirkungen besonders stark zu spüren. Gerade für diese Branche seien die bereitgestellten Instrumente mitunter ungewohnt, stellten Esken und Hoffmann übereinstimmend fest. Das zeige sich zum Beispiel am hohen Beratungsbedarf bei der Beantragung von Kurzarbeit durch Hotels und Restaurants, so Esken. Sie sprach allen Betroffenen Mut zu: „Die Maßnahmenpakete vom Bund sind nicht abschließend geschnürt – da wird es nach den Rückmeldungen und Hinweisen aus den verschiedenen Bereichen sicher noch zu Anpassungen und auch hier und da zu Nachbesserungen kommen. Kommen Sie gerne mit solchen Hinweisen auf mich zu.“

Gesellschaftlicher und sozialer Zusammenhalt – das ist Klaus Hoffmann ebenso wie Saskia Esken ein besonderes Anliegen, wie beide im Gespräch feststellten. Die SPD-Parteivorsitzende dazu: „Das Vertrauen in die Demokratie ist da – unser Staat ist handlungsfähig und kann die Krise klug bewältigen. Und ich nehme viel Verständnis und eine hohe Akzeptanz für die notwendigen Einschränkungen und Maßnahmen wahr. Dennoch wünschen wir alle uns die baldige Rückkehr zu ein bisschen Normalität – nicht nur aus wirtschaftlichen, sondern auch aus sozialen und aus gesellschaftlichen Gründen.“ Wann dieser Zeitpunkt gekommen sei, könne im Moment aber niemand sagen, so Esken weiter. Man müsse sich in Geduld üben.

Bürgermeister Hoffmann berichtete von einem konkreten Hilfsangebot, das die Stadtverwaltung Bad Herrenalb gemeinsam mit dem Nachbarort Dobel initiiert hat: Bürgerinnen und Bürger können sich telefonisch oder über die Webseite der Stadt melden, wenn sie Unterstützung benötigen, zum Beispiel beim Einkaufen. „Ich sehe die Verantwortung der Stadtverwaltung darin, das zu koordinieren. An die Bürgerinnen und Bürger möchten wir das Signal geben: Wir sind für euch da!“, so Hoffmann. Gleich in der ersten Woche habe es dann mehr Leute gegeben, die Hilfe angeboten hätten, als solche, die Hilfe angenommen haben. Saskia Esken betont: „Es stimmt mich wirklich zuversichtlich, dass jetzt so viele Initiativen entstehen, um Nachbarschaftshilfe zu leisten und für Menschen da zu sein. Das ist ein großartiges Zeichen für die Kraft, die diese Gesellschaft in sich trägt! Und natürlich  verstehe ich es, dass es vielen nicht leicht fällt, Hilfe anzunehmen. Ich kann nur an alle appellieren: Lassen Sie sich helfen, wenn Sie Hilfe benötigen – es sind keine Erwartungen daran geknüpft, und wer weiß in dieser außergewöhnlichen Zeit schon, wie schnell Sie Gelegenheit bekommen könnten, dieser solidarischen Gesellschaft - in welcher Form auch immer - etwas zurückzugeben.“

Volker Schlöder, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Bad Herrenalb, sprach ein Versorgungsthema an, das auch unabhängig von der Corona-Krise sehr drängt: den Hausärztenotstand. „Wie prekär das wird, konnte man vor zehn Jahren schon sehen“, so Schlöder. Er fordert: Die Stadt müsse Anreize schaffen, damit sich junge Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner ansiedeln. Bürgermeister Hoffmann berichtete daraufhin, dass er aktuell im Gespräch mit verschiedenen Stellen sei, um das Thema mittelfristig anzugehen. Die Runde aus der SPD-Bundestagsabgeordneten Esken, Bürgermeister Hoffmann und SPD-Ortsverein beschloss daraufhin, das Gespräch zum nächstmöglichen Zeitpunkt persönlich vor Ort fortzuführen.

Saskia Esken unterstrich zum Abschluss noch einmal: „Es ist toll zu sehen, welch großes Engagement und hohes Maß an Pflichterfüllung von Kommunen und Bürgerinnen und Bürgern im Nordschwarzwald angesichts der für uns völlig ungewohnten Ausnahmesituation an den Tag gelegt wird. Mit so viel Solidarität und Zusammenhalt werden wir diese Krise gemeinsam meistern.“

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