Selbst Erfahrung als Zustellerin

SPD-Bundestagsabgeordnete Saskia Esken begrüßt Paketboten-Schutzgesetz.

Berlin/Calw/Freudenstadt. Als eine unmissverständliche Ansage an die schwarzen Schafe der Paketboten-Branche versteht Bundestagsabgeordnete Saskia Esken (SPD) das Paketboten-Schutzgesetz von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Das Gesetz wurde vom Kabinett jetzt auf den Weg gebracht. Es stellt sicher, dass Sozialversicherungs-Beiträge für Paketboten auch durch Subunternehmen abgeführt werden, indem der Auftrag gebende Hauptunternehmer bei Versicherungsbetrug haftbar gemacht werden kann. "Dieser Beschluss ist wichtig, um Altersarmut vorzubeugen", so Saskia Esken. Sie hätten es gern gesehen, dass das Gesetz bereits in der Vorweihnachtszeit – wenn besonders viele Pakete zugestellt werden – in Kraft tritt, doch da spielte die CDU/CSU nicht mit. Das Gesetz werde dennoch seine Wirkung nicht verfehlen, ist Esken überzeugt. Die so genannte Nachunternehmer-Haftung habe sich bereits in anderen Branchen bewährt, beispielsweise beim Bau oder bei den Fleischern.

Saskia Esken weiß, von was sie spricht. „Vor 30 Jahren war ich selbst ein Jahr lang Paketzustellerin bei der Post“,  erinnert sie sich. Seinerzeit sei sie nach dem Abitur in der Berufsfindungsphase gewesen und hätte in verschiedenen Branchen gejobbt, so auch als Chauffeurin eines Professors in Stuttgart. Als Paketbotin war sie in Renningen voll eingesetzt mit 40 Stunden in einer Sechs-Tage-Woche. Die 40 Stunden reichten ihr nicht immer aus, oft hat sie sich Zeit genommen für Gespräche an der Haustür, vor allem mit alleinstehenden älteren Menschen, die auf den Besuch des Postboten warteten. Seinerzeit wurde noch die „Zustellgebühr“ an der Haustür von jedem Kunden kassiert.

Vor Weihnachten sei sie fast Tag und Nacht unterwegs gewesen, da sei der Wagen immer wieder neu mit Päckchen und Paketen beladen worden. „Es war vieles anders als heute. Ich konnte als alleinstehende junge Frau damals von dem Gehalt ganz gut leben. Das ist heute bei den Paketzustellern leider nicht der Fall. Deswegen ist es ja auch so wichtig, dass wenigstens der Mindestlohn bezahlt und die Altersvorsorge gesichert ist“, so Esken.

Die Bundestagsabgeordnete aus Bad Liebenzell vertritt für die Sozialdemokraten den Wahlkreis Calw/Freudenstadt. Saskia Esken bewirbt sich mit Norbert Walter-Borjans um die Doppelspitze der Bundes-SPD und reist derzeit von Regionalkonferenz zu Regionalkonferenz. Die nächsten sind am 6. Oktober in Duisburg und am 10. Oktober in Dresden, am 12. Oktober findet die Tour in München ihren Abschluss.

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