Schüler fragen Esken

Auf Einladung der Schülersprecher besuchte die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken die Realschule Dornstetten. Bei einer offenen Fragerunde nutzten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, mit der SPD-Politikerin über Demokratie, soziale Gerechtigkeit

Dornstetten. Kurz vor den Sommerferien erhielt die Realschule Dornstetten Besuch von der Bundestagsabgeordneten Saskia Esken. Eingeladen wurde die Politikerin von den beiden Schülersprechern Alexandra Lange und Lenny Reich, die ihren Mitschülerinnen und Mitschülern einen direkten Einblick in die politische Arbeit ermöglichen und Raum für Fragen zu aktuellen gesellschaftlichen Themen zu geben.

Zu Beginn des Besuchs erhielt Esken gemeinsam mit den SMV-Lehrkräften sowie Ronja Fritz von der Stadt Dornstetten, zuständig für Jugend, Soziales und Schulwesen, eine Führung durch das Schulgebäude. Dabei wurden verschiedene Fachräume vorgestellt und Einblicke in das vielfältige Schulleben der Realschule gegeben.

Im Anschluss stand eine offene Gesprächsrunde mit den Schülerinnen und Schülern der Klassenstufe 9 im Mittelpunkt. Nach einer kurzen Vorstellung ihres persönlichen Werdegangs berichtete Esken über ihre Arbeit als Bundestagsabgeordnete, die parlamentarischen Abläufe, ihre Ausschusstätigkeit sowie den Wechsel zwischen Wahlkreisarbeit und Sitzungswochen in Berlin.

Die Jugendlichen nutzten die Gelegenheit für zahlreiche Fragen zu aktuellen politischen Themen. Dabei ging es unter anderem um die Zukunft der Demokratie, die Arbeit der Bundesregierung, um Migration, soziale Gerechtigkeit sowie Deutschlands internationale Verantwortung.

Auf die Frage, wie Politik in zwanzig Jahren aussehen sollte, antwortete Esken: „Ich wünsche mir ein Parlament, das die Vielfalt unserer Gesellschaft besser widerspiegelt – mit mehr Frauen, mehr jungen Menschen und Menschen mit unterschiedlichen Lebenswegen. Demokratie lebt davon, dass möglichst viele Perspektiven eingebracht werden und Verantwortung übernehmen können.“

Auch ihre Entscheidung, sich politisch in der SPD zu engagieren, interessierte die Schülerinnen und Schüler. Esken erklärte, dass für sie die Werte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität entscheidend seien. Diese hätten ihr schon ihre Eltern vorgelebt. Der und die Einzelne solle sich solidarisch zeigen, wenn Menschen in Not seien. Eine gerechte Politik sorge aber dafür, dass alle Menschen faire Chancen hätten, ihren Weg zu gehen – unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrer sozialen Situation.

Zur Migrationspolitik betonte Esken, dass Deutschland eine humanitäre Verantwortung trage. Gleichzeitig sei Deutschland als alternde Gesellschaft auf Zuwanderung angewiesen, wenn die Schülerinnen und Schüler nicht zwei Jobs machen wollten. Auf die Kritik an der Arbeit der aktuellen Bundesregierung machte Esken deutlich, dass politische Entscheidungen immer unterschiedliche Interessen berücksichtigen müssten: „Wir müssen unsere Wirtschaft stärken. Gleichzeitig halte ich es für falsch, ausgerechnet bei Familien zu sparen. Wirtschaftliche Stärke und sozialer Zusammenhalt gehören für mich untrennbar zusammen.“

Intensiv diskutiert wurde außerdem über Deutschlands Unterstützung für die Ukraine und die internationale Zusammenarbeit. Esken erläuterte, dass Unterstützung für andere Länder nicht nur eine Frage der Solidarität sei, sondern auch im Interesse Deutschlands liege. Als Exportnation profitiere Deutschland von stabilen und wirtschaftlich erfolgreichen Partnerländern. Gleichzeitig sprach sie sich gegen eine Annäherung demokratischer Parteien an rechtspopulistische Positionen aus: „Wer die AfD kopiert, wird sie nicht kleiner machen. Entscheidend ist, Probleme zu lösen und dabei den eigenen Werten treu zu bleiben.“

Esken bedankte sich bei der Schulleitung, den Lehrkräften und insbesondere bei den Schülersprechern Alexandra Lange und Lenny Reich für die Einladung und die Organisation des Besuchs. Beide haben in diesem Jahr ihren Abschluss an der Realschule Dornstetten gemacht und verlassen nun die Schule. Esken würdigte ihr Engagement für die Schulgemeinschaft und wünschte ihnen für ihren weiteren Lebensweg alles Gute und viel Erfolg.

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