Polizei hat moderne Führung

Die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken hat das Polizeirevier Calw besucht, um sich vor Ort ein Bild von der aktuellen Sicherheitslage, den Auswirkungen der vergangenen Polizeireform und den Herausforderungen im ländlichen Raum zu machen. Im Austausch mit

CALW. Bei ihrem Besuch des Polizeireviers auf dem Schlossberg erhielt die örtliche Bundestagsabgeordnete Einblicke in die allgemeine Sicherheitslage. Vor allem interessierte sie sich für die Auswirkungen der Strukturreformen, die die Polizei in der Vergangenheit umzusetzen hatte, vor allem auf das örtliche Personal. Wie hat sich die Arbeit für die Polizistinnen und Polizisten in den vergangenen Jahren verändert? Und wie kommen die Trends des Arbeitsmarkts bei der Polizei an? Angeregt tauschte Esken sich über diese und andere Fragen mit Revierleiterin Jasmin Palmer aus, die das Revier seit einem Jahr leitet.

Palmer machte deutlich, dass die Konzentration von Kräften im Zuge der Reformen die polizeiliche Präsenz in der Fläche spürbar erhöht hätten, auch wenn der Prozess noch nicht abgeschlossen sei. Nach der temporären Schließung des Polizeipostens in Schömberg stehe jetzt die Frage im Raum, wie es mit anderen Posten in Zukunft weitergehen wird. Wenn ein Posten nur noch mit einer Person besetzt werden könne, müsse man diese Überlegungen anstellen, so Palmer.

„Die Ergebnisse der Polizeireform zeigen, dass der gebündelte Einsatz von Ressourcen der Sicherheit der Menschen im Landkreis Calw zugutekommt. Gleichzeitig spürt man im Revier eine moderne Führungskultur, die den Herausforderungen im ländlichen Raum gerecht zu werden versucht. Besonders die Belange der Polizistinnen und Polizisten müssen dabei Berücksichtigung finden“, betonte Esken.

Beim zentralen Thema der Personalgewinnung profitiert die Region stark von der nahegelegenen Polizeischule in Herrenberg, die als echter Gewinn für die Nachwuchssicherung gilt. Lobende Worte fand Palmer für die neue Generation von Polizistinnen und Polizisten, die sie als motiviert und selbstständig erlebt. Gleichzeitig achtet der Nachwuchs sehr bewusst auf die eigene Gesundheit und zieht klare Grenzen, um sich im fordernden Polizeialltag nicht frühzeitig aufzureiben. Das Polizeipräsidium Pforzheim stellt sich dabei erfolgreich als moderner Arbeitgeber auf. Flexible Gleitzeitmodelle werden genutzt und sogar im anspruchsvollen Streifendienst arbeiten Beschäftigte aus familiären Gründen in Teilzeit, auch beim Revier in Calw.

„Wer eine starke Polizei will, muss auch attraktive Arbeitszeitmodelle ermöglichen. Entscheidend ist dabei, dass die Einsatzfähigkeit jederzeit gewährleistet bleibt, was je nach Bedarf der Mitarbeitenden aber auch zur personellen Herausforderung werden kann. Flexible Dienstmodelle stärken jedoch langfristig unsere Personalbindung und damit auch die Sicherheit im Landkreis Calw“, so Palmer.

Esken und Palmer diskutierten auch sensible gesellschaftliche Herausforderungen wie den Umgang mit Vorurteilen im Polizeialltag. Der Respekt gegenüber Einsatzkräften habe insgesamt abgenommen und die Gewaltbereitschaft zugenommen. Auch, wenn die Polizei in Calw noch viele positive Bürgerkontakte verzeichnet, spüren auch die Kolleginnen und Kollegen des Polizeireviers Calw diese negative Entwicklung. Palmer betonte, dass eine offene und deeskalierende Kommunikation hierbei essentiell sei. Esken, die im Bundestag dem für Frauen zuständigen Ausschuss vorsitzt, sprach das Thema sexualisierter Gewalt in Partnerschaften und Ex-Partnerschaften an, das von hohen Fallzahlen, aber noch mehr von einer hohen Dunkelziffer geprägt ist. Palmer konnte berichten, dass der Opferschutz im Kreis Calw hervorragend vernetzt sei. Dazu komme ein neues, modernes Bedrohungsmanagement. Federführend wird das Thema von einer hochengagierten und kompetenten Beamtin betreut, berichtet Palmer.

Einen harten Kontrast zur modernen Arbeitsweise und dem starken Teamgeist bildet jedoch das aktuelle Dienstgebäude. Die Liegenschaft ist baulich veraltet. Abhilfe soll ein geplanter Neubau schaffen, dessen Realisierung aber noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen wird.  

„Der direkte Austausch zeigt, mit wie viel Herzblut und Professionalität die Polizei in Calw für unsere Sicherheit sorgt. Ob bei der Leitung von Großeinsätzen vor Ort oder bei der Bewältigung des täglichen Dienstes: Hier wird großartige Arbeit geleistet“, erklärte Esken zum Abschluss ihres Besuchs. „Wir müssen als Politik dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen – von flexiblen Arbeitsmodellen bis hin zu einer zeitgemäßen, klimaneutralen Infrastruktur – mit einer modernen Polizeiarbeit Schritt halten, wie wir sie hier erleben können.“

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