Nur was der Mensch kennt, kann er auch schützen

Fotonachweis: Karl-Heinz Gänßle

CALW/EGENHAUSEN. Naturschutz und der Erhalt der Kulturlandschaft – gerade im Nordschwarzwald sind dies bedeutsame Themen: Ein gelungenes Beispiel für die Weiterentwicklung eines Naturschutzgebietes ist der Egenhäuser Kapf.  Davon konnte sich  die SPD-Bundestagsabgeordnete Saskia Esken bei einem Spaziergang vor Ort selbst ein Bild machen. Begleitet wurde sie dabei von Karl-Heinz Gänßle und Florian Sievers vom Naturschutzbund Altensteig-Nagold sowie von Sven Holder, Bürgermeister der Gemeinde Egenhausen, und seinem Stellvertreter, Hans Kern. Auch der SPD-Ortsverein Altensteig war vertreten, u.a. durch die Fraktionsvorsitzende der SPD im Kreistag Calw, Dr. Ursula Utters.

Die NABU-Vertreter stellten die verschiedenen Maßnahmen zum Schutz von Natur- und Kulturlandschaft vor: „Weite Teile unserer noch artenreichen Landschaft sind durch kulturelle Nutzung durch den Menschen entstanden. Wenn wir diese erhalten wollen, müssen wir eingreifen. Durch gezielte Pflegemaßnahmen wird ein Zuwachsen dieser wertvollen Lebensräume verhindert, machte Sievers deutlich. „Wir setzen Schafe und Ziegen ein, um auf natürliche Weise das Laubgehölz zurückzudrängen und gleichzeitig den wichtigen Bestand an geschützten Gold- und Silberdisteln zu erhalten.“ Und Gänßle ergänzte: „Das Naturschutzgebiet hier ist von überregionaler Bedeutung. Wir finden hier beispielsweise 16 verschiedene Orchideenarten und der Südhang des Egenhäuser Kapfs zählt zu den schmetterlingsreichsten Gebieten im Nordschwarzwald“.

Für die Ausweisung und die Pflege von Naturschutzgebieten und den wirksamen Schutz der Landschaft ist laut Esken eine gute Zusammenarbeit verschiedener Akteure unerlässlich: „Landwirt*innen, Naturschützer*innen und die Verwaltung können nur gemeinsam ein solches Naturschutzgebiet wie hier auf dem Kapf erhalten und weiterentwickeln.“ Holder bekräftigte das und berichtete von den regelmäßigen Pflegebegehungen vor Ort mit allen relevanten Akteuren. Auch Gänßle und  Sievers lobten die Kooperation mit den verschiedenen Institutionen ausdrücklich.

Bei ausgedehnten Wanderungen mit ihrem Vater hat Esken schon in der Kindheit eine besondere Beziehung zur Natur aufgebaut und ihre besonderen Schätze kennengelernt, wie sie etwa die Silberdistel  darstellt. „Ich fand es großartig, dass meine eigenen Kinder in Bad Liebenzell einen Waldkindergarten besuchen konnten und so ganz selbstverständlich ein Bewusstsein für die Bedeutung der Natur und ihres Schutzes entwickeln konnten“, so die Bundestagsabgeordnete. Auch für den NABU ist es ein wichtiges Ziel, Kinder und Jugendliche an die Natur heranzuführen und für den Umweltschutz zu begeistern: „Nur was der Mensch kennt, kann er auch schützen“, so Gänßle.

Gänßle wies abschließend auf den geplanten Militärflugplatz in Haiterbach und die Auswirkungen auf das Naturschutzgebiet hin: „Die Vogelpopulation, aber auch die gerade in heutiger Zeit so wichtige Naherholungsfunktion für den Menschen, wäre massiv durch das Absetzgelände gefährdet, das hier in nur 1,7 Kilometer Luftlinie Entfernung geplant wird.“ Dazu bezog Esken klar Stellung: „Zunächst einmal ist die Undurchsichtigkeit des Verfahrens ein Riesenproblem. Die Kommunen vor Ort fühlen sich nicht in die Entscheidungen einbezogen, und das ist sehr schlecht. Für die SPD in der Region wird das Absetzgelände ein zentrales Thema bleiben.“

 

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