CALW-HEUMADEN. Die im Herbst 2019 eröffnete Einrichtung der Evangelischen Heimstiftung versteht sich als modernes Haus, das von der Tagespflege über das betreute Wohnen bis hin zur stationären Pflege ein vielfältiges und ineinander verzahntes Angebot macht. Dazu kommt das offene Konzept des Hauses, das fest im Stadtteil verankert ist. Das Herzstück bildet der integrierte Quartierstreff, der als Begegnungsraum für die gesamte Bürgerschaft offensteht. Hier finden regelmäßig Veranstaltungen statt und auch lokale Vereine nutzen die Räumlichkeiten. Gemeinsam mit dem Bürgerbüro der Stadt ist das Zentrum so ein lebendiger Treffpunkt, an dem gesellschaftliches Miteinander aktiv gelebt wird.
Die Tagespflege ist ein Angebot, das die häusliche Pflege mit einer Tagesbetreuung für pflegebedürftige Angehörige unterstützt. Im neuen Zentrum in Heumaden verfügt die Tagespflege über einen großen, einladenden Gemeinschaftsraum für gemeinsame Aktivitäten und Spiele. Derzeit bietet die Einrichtung ihren Service an vier Tagen die Woche. Perspektivisch ist eine Ausweitung auf fünf Tage denkbar.
In der stationären Pflege wird in Wohngruppen gearbeitet, die für die Bewohner eine überschaubare Größe haben – für Esken ein ganz bedeutender Vorteil. Innerhalb der Wohngruppen wird großer Wert auf Selbstständigkeit und Alltagsnähe gelegt. Dazu kommt, dass die Mitarbeitenden die Zubereitung der Mahlzeiten ebenso wie die Wäschepflege und die Reinigung für die Wohngruppe vor Ort organisieren. Dieser Ansatz ermöglicht es, ganz individuell auf die Wünsche und Gewohnheiten der Bewohnerinnen und Bewohner einzugehen, was spürbar zu einer hohen Betreuungsqualität beiträgt.
„Die Heimstiftung und ihr Team hier in Heumaden zeigen eindrucksvoll, wie moderne Pflege aussehen muss: Mitten im Leben, eng verzahnt mit dem Stadtteil und mit einem spürbar familiären Ansatz in den Wohngruppen. Wenn der Alltag gemeinsam gestaltet wird, stärkt das die Lebensqualität der Seniorinnen und Senioren enorm“, betonte Esken während des Rundgangs.
Im anschließenden Fachgespräch wurden die großen Herausforderungen der Branche thematisiert. Dabei bildete die Debatte über den Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes einen Schwerpunkt des Austauschs. "Wir brauchen eine Struktur-Reform der Pflegeversicherung, keine Leistungskürzung auf dem Rücken von pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörigen", so Regionaldirektor Johannes Miller. Im Zentrum der Diskussion stand die Frage, wie die Pflegeversicherung zukunftsfest gemacht werden könnte und wie eine Finanzierung aussehen müsste, die Eigenanteile begrenzt und Kommunen nicht zusätzlich belastet. "Pflegende Angehörige leisten unverzichtbare Arbeit, eine Kürzung von Rentenpunkten wäre kontraproduktiv" ergänzt Hausdirektorin Christiane Merker-Ankermann. Es wurde deutlich, dass gute Pflegestrukturen einen wichtigen Beitrag leisten für eine starke Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und wirtschaftlichen Erfolg im Land.
Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, setzt die Evangelische Heimstiftung auf die Pflegeausbildung und die Gewinnung internationaler Auszubildender, unter anderem aus Indien, Marokko oder dem Kosovo. Diese werden intensiv begleitet - in der Vorbereitungsphase, bei der Einreise und bei der Integration im Alltag. Die schulische Ausbildung erfolgt meist über das Diakonische Institut. Auch hier gibt es Herausforderungen, weil hochqualifizierte Lehrkräfte und Außeneinsatzstellen vorhanden sein müssen. Positiv ist, dass die Räumlichkeiten der Calwer Pflegeschule auf dem Wimberg derzeit erweitert werden, um noch mehr Auszubildende qualifizieren zu können.
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