Esken: „Wir bieten ein Schutzschild auch für das Gastgewerbe.“

Die SPD-Parteivorsitzende traf sich kurzfristig mit VertreterInnen des Hotel- und Gaststättenverbands im Nordschwarzwald zum Gespräch. Für viele Gastbetriebe sind die vermehrten Stornierungen und Absagen aufgrund des Coronavirus existenzbedrohend.

FREUDENSTADT / CALW. Die rasche Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland und Europa wirkt sich massiv auf das Gastgewerbe im Nordschwarzwald aus: Veranstaltungen und Konferenzen wurden und werden abgesagt, Reservierungen storniert, Gäste bleiben aus. Zu diesem Thema hat sich die SPD-Bundestagsabgeordnete Saskia Esken bei einem Treffen mit VertreterInnen des Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA) im Hotel Tanne in Baiersbronn ausgetauscht. Neben Beate Gaiser und Jörg Möhrle vom DEHOGA Freudenstadt sowie Rolf Berlin und Wolfgang Frey vom DEHOGA Calw nahmen auch Jochen Protzer, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald, und René Skiba, Geschäftsführer der Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald, und Vertreter der örtlichen SPD an dem Gespräch teil.

Beate Gaiser, Vorsitzende der DEHOGA Freudenstadt, verdeutlichte zu Anfang das Ausmaß der Einbußen und Verluste im Nordschwarzwald: „Viele kleine und mittelständische Betriebe in unserer Region sind durch den plötzlichen und heftigen Rückgang schon jetzt an der Grenze ihrer Belastungsfähgigkeit – für viele ist die Situation heute schon existenzbedrohend.“

„Aus unserer Region haben sich schon mehrere Betriebe mit ihren Sorgen auch an mich gewandt“, berichtet die SPD-Bundestagsabgeordnete Esken. „Zum Schutz besonders gefährdeter Personen müssen wir Vorsichtsnahmen ergreifen, die die Ausbreitung des Corona-Virus verlangsamen. Soziale Kontakte sollten wir also stark beschränken, darüber herrscht Einigkeit. Das Ausmaß, in dem Unternehmen und Beschäftigte insbesondere in Gastgewerbe und Tourismusbranche hiervon betroffen sind, erfordert rasches und konsequentes Handeln. Mir war es deshalb wichtig, hier und heute zu zeigen, dass wir die Sorgen sehr ernst nehmen und bereit sind, betroffene Unternehmen und Arbeitsplätze im Gastgewerbe, aber natürlich auch in anderen Branchen, zu unterstützen.“

„Die Betriebe benötigen jetzt schnelle und wirksame Nothilfe, um die sehr kurzfristig eingetretenen heftigen Umsatzeinbrüche zu überbrücken,“ unterstrich auch Rolf Berlin, Vorsitzender der DEHOGA Calw. „Denn Rückgänge im Tourismus haben auch direkte Auswirkungen auf mehrere tausende Arbeitsplätze hier in der Region.“

Insgesamt sind das Gesundheitssystem und auch die Instrumente zur Bewältigung solcher Krisen in Deutschland gut ausgestaltet. Insofern hatte sich die Große Koalition bei ihrer Sitzung des Koalitionsausschusses in Berlin in der vergangenen Woche darauf verständigt, die bestehenden Instrumente mit allen notwendigen finanziellen Mitteln auszustatten und wo nötig weiterzuentwickeln. „Wir haben uns auf ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Abfederung der Auswirkungen des Coronavirus geeinigt und es in den letzten Tagen weiterentwickelt. Und wenn wir weiteren Unterstützungsbedarf identifizieren, dann werden wir diesen beantworten“, erklärte Esken, die an den Verhandlungen am Sonntag beteiligt war und führte weiter aus: „Wir haben das klare Ziel, dass in Deutschland durch die Corona-Krise möglichst kein Arbeitsplatz verloren geht und kein Unternehmen in Insolvenz gerät. Dazu haben wir ein umfassendes Paket geschnürt, das am Freitag durch die Bundesregierung vorgestellt wurde.“

Das Paket beruht auf zwei maßgeblichen Säulen: einem flexibleren Kurzarbeitergeld sowie Liquiditätshilfen durch Kredite und Bürgschaften. Damit werde nicht nur den großen, sondern auch kleinen und mittelständischen Unternehmen insbesondere im Tourismus unter die Arme gegriffen. Gleichzeitig müssten aber auch langfristige Schutzmaßnahmen und Konjunkturprogramme für die Tourismuswirtschaft entwickelt werden, so die SPD-Vorsitzende weiter. Abschließend führte sie aus: „Wir sind im engen Austausch und werden auch in den nächsten Tagen und Wochen alles tun, um die Herausforderungen durch Corona bestmöglich zu bewältigen.“

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