Esken: Rössle ist „kommunales Wohnzimmer“

Der Begegnungsraum „Rössle“ im Althengstetter Ortsteil Neuhengstett ist längst mehr als ein Treffpunkt – er gilt als das „kommunale Wohnzimmer“ der Gemeinde. Hier begegnen sich Menschen aller Generationen und unterschiedlicher Herkunft. Das Rössle stand i

Althengstett-Neuhengstett. Das „Rössle“ hat sich in Neuhengstett zu einem wichtigen Treffpunkt entwickelt. Menschen unterschiedlicher Generationen und Herkunft kommen hier zusammen, engagieren sich ehrenamtlich, unterstützen sich im Alltag und gestalten das Gemeindeleben aktiv mit. Auf Einladung des SPD-Ortsvereins Althengstett/Simmozheim besuchte die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken das Rössle und tauschte sich mit den Verantwortlichen sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern über das Projekt und seine Zukunft aus.

Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, Yüksel Erdogan, begrüßte die Gäste und freute sich, dass Esken die Gelegenheit nutzte, sich persönlich ein Bild von der Arbeit vor Ort zu machen. Mit dabei waren außerdem Angelika Hener, die den Begegnungsraum mit ihrer Idee maßgeblich auf den Weg gebracht hat und bis heute begleitet, Miftah Ogbone, Vorsitzender des Arbeitskreis Asyl e.V., sowie Sabrina Frieser, Leiterin der Kreativoase. Gemeinsam stellten sie die Entwicklung sowie die vielfältigen Angebote der Einrichtung vor.

Das Rössle versteht sich als offener Ort der Begegnung. Die Räume sind bewusst so gestaltet, dass sich Besucherinnen und Besucher unabhängig von Alter oder Herkunft willkommen fühlen. Ergänzt wird das Gebäude durch einen Garten, der mit Unterstützung der LEADER-Förderinitiative Heckengäu entstanden ist und insbesondere in den wärmeren Monaten intensiv genutzt wird.

Das Angebot ist breit gefächert. Im Jobcafé erhalten Menschen Unterstützung bei Bewerbungen und der Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche. Die Lerngruppe Taalim-Treff verbindet Sprachförderung mit kulturellem Austausch. Hinzu kommen ein offener Nähtreff, Kreativangebote, Eltern-Kind-Gruppen, ein Dart-Treff sowie Bürgerdialoge und Informationsveranstaltungen. Viele dieser Angebote entstehen aus den Ideen der Besucherinnen und Besucher und werden ausschließlich von Ehrenamtlichen getragen.

Hener machte deutlich, dass dieses Engagement die Grundlage des Projekts sei. Ohne die zahlreichen freiwilligen Helferinnen und Helfer hätte sich das Rössle nicht zu einem so lebendigen Treffpunkt entwickeln können.

Esken zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt der Angebote und dem Engagement der Ehrenamtlichen. „Ich bin total beeindruckt von diesem kommunalen Wohnzimmer! Gerade in einer Zeit, in der unsere Gesellschaft vor großen Herausforderungen steht, sind Orte wie das Rössle ein ganz besonderer Schatz. Sie schaffen Begegnung, stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt und fördern Teilhabe ganz konkret. Es ist Aufgabe der Politik, dafür zu sorgen, dass solche Initiativen nicht von kurzfristigen Förderprogrammen abhängig bleiben, sondern dauerhaft verlässlich arbeiten können.“

In der anschließenden Diskussion stand die Finanzierung des Begegnungsraums im Mittelpunkt. Für den Umbau der ehemaligen Metzgerei zum heutigen Begegnungsraum sowie für die Gestaltung des Gartens seien öffentliche Fördermittel unverzichtbar gewesen. Gleichzeitig erschwere die Befristung vieler Programme eine langfristige Planung. Immer wieder müssten neue Förderanträge gestellt werden, obwohl sich das Projekt vor Ort längst bewährt habe.

Für Erdogan zeigt das Rössle beispielhaft, wie bürgerschaftliches Engagement und öffentliche Förderung zusammenwirken können. „Das Ehrenamt kann viel leisten, aber es kann staatliche Verantwortung nicht ersetzen. Wenn wir wollen, dass solche Begegnungsorte dauerhaft bestehen, brauchen die Kommunen und die Träger mehr Planungssicherheit. Erfolgreiche Projekte sollten sich nicht ständig mit der Frage beschäftigen müssen, ob sie im nächsten Jahr überhaupt noch weitermachen können.“

Einigkeit bestand am Ende des Besuchs darüber, dass das Rössle als Projekt ein grandioser Erfolg und ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Neuhengstett ist. Die Diskussion machte zugleich deutlich, dass der Erfolg solcher Projekte nicht ohne das außergewöhnliche Engagement der Ehrenamtlichen denkbar sind, aber auch nicht ohne die verlässliche politische Unterstützung

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