Esken: „Gleichstellung ist auch heute noch nicht selbstverständlich“

Die SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Calw/Freudenstadt weist anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März auf bestehende Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern in Gesellschaft und Wirtschaft gerade in Krisenzeiten hin.

Bildnachweis: Anne Hufnagl

Calw/Freudenstadt. Seit nun mehr als 100 Jahren wird am 8. März der Internationale Frauentag gefeiert. Weltweit demonstrieren Frauen für Gleichberechtigung und gegen die Diskriminierung von Frauen. „Seit jeher kämpfen wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten für die Gleichstellung von Frauen und Männern. Denn Gleichstellung ist auch heute noch nicht selbstverständlich“, erklärte die SPD-Bundestagsabgeordnete Saskia Esken.

Wie so vieles steht auch der diesjährige Frauentag unter dem Eindruck der Corona-Pandemie. Die Krise macht die gleichstellungspolitischen Herausforderungen und bestehende Gleichstellungsdefizite noch deutlicher. Es sind überwiegend Frauen, die in systemrelevanten und niedrig entlohnten Berufen arbeiten. „Während der Krise wurde die Ungleichheit zwischen Frauen und Männern verschärft. Frauen ziehen bei der partnerschaftlichen Verteilung von Sorge und Erwerbsarbeit oft den Kürzeren. Sie sind es, die den überwiegenden Teil der Hausarbeit und Kinderbetreuung übernehmen. Dafür verringern sie ihre Arbeitszeit oder lassen sich freistellen. Sie haben mit enormen Einkommenseinbußen zu kämpfen.“, machte Esken deutlich. Die Bundestagsabgeordnete und SPD-Vorsitzende hält politisches Handeln für notwendig: „Soziale Berufe, die größtenteils von Frauen ausgeübt werden, müssen wegen ihren Anforderungen und der hohen Verantwortung endlich entsprechend gewürdigt werden. Das bedeutet: Bessere Arbeitsbedingungen und ein besserer Stundenlohn!“

Und auch bei der Gleichberechtigung in den Führungspositionen hält die SPD den Druck hoch. Trotz zahlreicher Erfolge in den vergangenen Jahren haben Frauen und Männer in vielen Bereichen immer noch nicht die gleichen Chancen. Gerade wenn es um Führungsverantwortung in der Wirtschaft geht, sei dies klar erkennbar. „Vorstandsposten in Deutschland sind in der Regel immer noch Männersache.“, so Esken. Das will die SPD-Bundestagsfraktion mit einer Quote per Gesetz ändern. Die Fraktion möchte Unternehmen künftig stärker in die Verantwortung nehmen und hat einen entsprechenden Entwurf zum Zweiten Führungspositionen-Gesetz (FüPoG II) zur Abstimmung ins Parlament eingebracht. „Der Gesetzesentwurf ergänzt das 2015 in Kraft getretene Führungspositionen-Gesetz. Auch in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst sollen Frauen die Aufstiegschancen bekommen, die sie verdienen“, erklärte Esken und fügte hinzu: „Denn von allein ändert sich nichts!“

Mit dem zweiten Führungspositionen-Gesetz sollen die börsennotierten und paritätisch mitbestimmten Unternehmen mindestens eine Frau in den Vorstand berufen, wenn er mehr als dreiköpfig und rein männlich besetzt ist. Dazu kommt: Börsennotierte oder mitbestimmte Unternehmen müssen künftig in jedem Fall begründen, wenn sie sich als Zielgröße für den Frauenanteil eine „Null“ setzen – für den Aufsichtsrat, Vorstand oder eine der beiden obersten Leitungsebenen unterhalb des Vorstands. Wer nicht begründet oder sich weiterhin keine Zielgröße setzt, dem drohen empfindliche Bußgelder. Für Esken ist dieser Gesetzentwurf ein voller Erfolg: „Ein divers aufgestellter Vorstand verbessert Arbeitsklima und Chancen für alle im Unternehmen, das zeigt die Forschung. Es ist für alle von Vorteil, wenn es faire Arbeitsbedingungen und Aufstiegschancen gibt!“

Traditionell werden zum Internationalen Frauentag Rosen an Frauen verteilt – und zwar nicht etwa als Dank dafür, dass Frauen in der Gesellschaft immer wieder zurückstecken müssen, sondern als Zeichen der Anerkennung der Leistung von Frauen in unserer Gesellschaft. Auf dem Marktplatz in Freudenstadt wird Esken deshalb am Montag, 8 März, von 10:30 bis 12:30 Uhr gemeinsam mit der dortigen SPD-Landtagskandidatin Viviana Weschenmoser, Rosen verteilen.

Auch Weschenmoser setzt sich seit vielen Jahren auf Kreis- und Landesebene für die Rechte von Frauen und ihre Gleichstellung ein, unter anderem im Vorstand des Landesfrauenrats Baden-Württemberg. Sie macht deutlich: „Viele Parlamente bilden immer noch nicht die gesamte Bevölkerung ab. Das Ziel für ein fortschrittliches Baden-Württemberg muss sein: Mehr Frauen in die Parlamente! Deswegen ist es unter anderem wichtig, dass die Landtagswahlrechtsreform kommt.“

Esken betonte: „Es gibt noch viel zu tun. Wir müssen die Weichen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellen, für Lohngerechtigkeit und ein Recht auf Entgelttransparenz.“

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