Esken: "Diese Woche machen wir den Beruf der Hebammen zukunftsfest."

Die SPD-Bundestagsabgeordnete begrüßt die Verabschiedung des Hebammenreformgesetzes durch den Bundestag.

BERLIN. Der Bundestag hat am Donnerstag das Hebammenreformgesetz beschlossen, dazu äußerte sich die SPD-Bundestagsabgeordnete Saskia Esken: "Die Geburtenrate in Baden-Württemberg und in ganz Deutschland steigt, gleichzeitig hat die Zahl der Hebammen in den vergangenen Jahren nur leicht zugenommen und die Versorgungssituation hat sich insgesamt verschlechtert. Mit dem Hebammenreformgesetz haben wir nun die Voraussetzungen geschaffen, um die Hebammenausbildung moderner und attraktiver zu machen."

Mit den beschlossenen Neuregelungen werden angehende Hebeammen künftig in einem dualen Studium mit hohem Praxisanteil ausgebildet. Die Praxiseinsätze sollen in Krankenhäusern und ambulant, bei einer freiberuflichen Hebamme oder in einem Geburtshaus, stattfinden. Insgesamt soll die Ausbildung mindestens sechs und höchstens acht Semester dauern und mit einem Bachelor sowie einer staatlichen Prüfung abgeschlossen werden. Mit dem Gesetz werden auch die aus den 1980er stammenden Lehrpläne an die heutigen Bedürfnisse angepasst und die Hebammen in der Zusammenarbeit mit anderem medizinischen Fachpersonal gestärkt.

"Worüber ich mich besonders freue, ist die Vergütung für die angehenden Hebammen, die wir ins Gesetz geschrieben haben: Die SPD-Bundestagsfraktion hat durchgesetzt, dass sie schon während des gesamten Studiums bezahlt wird," erklärte Esken, die selbst Mutter von drei Kindern ist und die Unterstützung der Hebammen vor, während und nach der Geburt als sehr wertvoll erlebt hat. "Nebenbei bemerkt, ist das aber natürlich durchaus üblich während eines dualen Studiums."

Seit mehreren Jahren wird diskutiert, wie der hohen Arbeitsbelastung der Hebammen durch bessere Arbeitsbedingungen und eine höhere Personalausstattung begegnet werden kann. Besonderer Bedarf besteht in der klinischen Geburtshilfe. Hier sind Hebammen nach wie vor häufig für mehrere gebärdende Frauen gleichzeitig verantwortlich. In Baden-Württemberg ergaben Befragungen, dass im Krankenhaus angestellte Hebammen einmal monatlich oder öfter vier oder mehr Geburten gleichzeitig betreuen. Im Mai dieses Jahres hatte daher der Runde Tisch Geburtshilfe in Baden-Württemberg beschlossen, die Arbeitsbedingungen in der Geburtshilfe in den Kliniken mitarbeiter- und familienfreundlicher zu gestalten.

Ursprünglich hatte die Abgeordnete Esken gemeinsam mit ihrer Bundestagskollegin Bettina Müller für Anfang Oktober eine Dialog-Veranstaltung geplant, um mit Hebammen aus der Region deren berufliche Situation zu erörtern. Müller ist als Mitglied des Gesundheitsausschusses für die SPD-Bundestagsfraktion u.a. für Hebammen zuständig. Dieser Termin musste aufgrund von Eskens Ambitionen für den Parteivorsitz abgesagt werden. "Ich freue mich schon darauf, mit den Geburtshelferinnen vor Ort ins Gespräch zu kommen. Bettina Müller und ich planen fest, das Gespräch im Frühjahr nachzuholen", so Esken. "Wir müssen darüber sprechen, wie wir eine flächendeckende und qualitativ hochwertige Hebammenversorgung und eine ausreichende Finanzierung der Geburtshilfe hinbekommen und dann auch bundespolitisch konkrete Schritte unternehmen."

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