Demokratie lebt vom Mitmachen

Was bedeutet Demokratie im Alltag? Wie kann Bildung gerechter werden? Und warum engagiert sich jemand über viele Jahre hinweg in der Politik? Mit diesen und vielen weiteren Fragen empfing die Klasse 10c der Realschule Horb die Bundestagsabgeordnete Saskia

HORB. Vor kurzem bekam die Realschule Horb besonderen Besuch: Die Politikerin Saskia Esken war für zwei Stunden an der Schule und stellte sich den Fragen der Schülerinnen und Schüler. Dabei entwickelte sich ein intensiver Austausch über politische Themen, Bildung und gesellschaftliche Herausforderungen.

Den Auftakt bildete die Vorstellung des Demokratie-Projekts der Klasse. Die Schülerinnen und Schüler berichteten von ihren Arbeiten zu den Themen Antisemitismus und Diktatur, von Rollenspielen zur Streitschlichtung sowie von Übungen zur nonverbalen Kommunikation. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, welche Bedeutung demokratische Werte für das Zusammenleben haben.

Anschließend schilderte Esken ihre Arbeit als Bundestagsabgeordnete und ihr Leben in Berlin und in ihrem Wahlkreis Calw/Freudenstadt und beantwortete die zahlreichen Fragen der Jugendlichen. Dabei interessierte die Schülerinnen und Schüler besonders, warum sie sich für die SPD entschieden habe. Esken erklärte, dass sie sich für Chancengerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen wolle: „Mir ist wichtig, dass alle Menschen die Möglichkeit haben, ihr Potenzial zu entfalten – unabhängig von ihrer Herkunft oder den finanziellen Möglichkeiten ihrer Familie.“

Ein Schwerpunkt des Gesprächs lag auf Eskens Fachgebiet der Bildungspolitik. Die Schülerinnen und Schüler wollten wissen, welche Möglichkeiten der Bund habe, Schulen zu unterstützen, obwohl Bildung in Deutschland überwiegend in der Verantwortung der Bundesländer liegt. Esken erklärte, dass der Bund dennoch über finanzielle Programme und gemeinsame Projekte mit den Ländern wichtige Impulse setzen könne. Als Beispiel nannte sie gezielte Fördermaßnahmen wie das Startchancen-Programm, mit dem Schulen in besonders herausfordernden sozialen Lagen langfristig unterstützt werden sollen.

Gleichzeitig sprach sie sich deutlich für mehr Chancengerechtigkeit im Bildungssystem aus. Es dürfe nicht vom Wohnort oder der sozialen Herkunft abhängen, welche Bildungschancen ein Kind habe. „Bildung ist der entscheidende Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe – und dieser Schlüssel muss für alle gleichermaßen passen“, so Esken.

Mit Blick auf aktuelle Ergebnisse von Bildungsstudien, die weiterhin große Unterschiede bei Lese- und Rechenkompetenzen zeigen, machte sie deutlich, dass dringender Handlungsbedarf bestehe. Besonders im Hinblick auf den demografischen Wandel warnte sie davor, Potenziale ungenutzt zu lassen: „Wir können es uns nicht leisten, auch nur eine Arbeitskraft zurückzulassen.“

Auf die Frage, was sie verändern würde, wenn sie einen Tag lang „Königin von Deutschland“ wäre, antwortete Esken: „Ich würde mich für mehr Gerechtigkeit einsetzen – insbesondere bei Bildungschancen und Einkommen.“

Zum Abschluss wollten die Jugendlichen wissen, was sie nach vielen Jahren in der Politik weiterhin motiviert. „Weil ich Dinge mitgestalten kann“, meinte Esken. Ihr Ziel sei es, dazu beizutragen, dass junge Menschen die bestmöglichen Chancen und Zukunftsperspektiven erhalten.

Die Schülerinnen und Schüler dankten für den offenen Austausch und den anschaulichen Einblick in die politische Arbeit.

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