500 Millionen Euro für digitalen Unterricht

Saskia Esken lobt Startschuss für Sofortausstattungsprogramm für Schulen.

Saskia Esken freut sich über die finanzielle Unterstützung für den Kreis Böblingen. (Fotonachweis: Benjamin Breitmaier)

BERLIN. Das 500 Millionen Euro Sofortausstattungsprogramm für digital gestützten Unterricht an Schulen kann starten. Bund und Länder haben heute die dafür notwendige Zusatzvereinbarung zum Digitalpakt Schule auf den Weg gebracht. „Digitaler Unterricht zu Hause wird den Präsenzunterricht noch länger ergänzen müssen. Der Bund unterstützt jetzt die Schülerinnen und Schüler, die bisher kein digitales Endgerät haben“, so Saskia Esken, Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Calw/Freudenstadt. Schülerinnen und Schüler, die am Online-Unterricht in den vergangenen Wochen aus Mangel an Geräten nicht teilhaben können, sollen mit Tablets oder Laptops ausgestattet werden.

„Nicht der Geldbeutel der Eltern darf darüber entscheiden, ob Schülerinnen und Schüler am digitalen Fernunterricht teilhaben können. Das ist eine entscheidende soziale Frage. Für dieses Programm hat die SPD hart gekämpft und es ist gut, dass es jetzt an den Start geht“, sagt die Abgeordnete, die als Parteivorsitzende das Thema im Koalitionsausschuss aufgesetzt und durchgesetzt hat. „Die Schulen in Baden-Württemberg erhalten aus den Mitteln nach dem Verteilmechanismus einen Anteil von 13 Prozent, das sind 65 Millionen Euro“, teilt Esken weiter mit.

Schülerinnen und Schüler, die ein Tablet oder Notebook brauchen, erhalten dies durch die Schulen. Die Geräte gehen zwar nicht ins Eigentum der Kinder und Jugendlichen über, aber durchaus in ihren Besitz, denn sie werden als Dauer-Leihgabe zur Verfügung gestellt. „Das ist wichtig, damit die Schüler*innen die Geräte akzeptieren und für sich entdecken“, macht Esken deutlich.  Und wenn kein Internetanschluss vorhanden ist? Auch dafür soll es eine Lösung geben. „Wir wissen, dass das alles nur wirklich helfen kann, wenn nicht nur in den Schulen, sondern auch im Haushalt ein notwendiger Internetanschluss vorhanden ist. Der Bund sucht hierfür zurzeit mit den Mobilfunkanbietern nach guten Lösungen. Ich erwarte, dass das Bildungsministerium dies vorantreibt“, sagt Esken und appelliert an alle Beteiligten: „Es ist wichtig, dass die Geräte jetzt schnell dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Kein Kind darf im Fernunterricht zurückgelassen werden.“ Die Laptops, Notebooks und Tablets – explizit ausgenommen sind Smartphones – werden je nach Landesregelung von den Ländern oder den Schulträgern beschafft.

Wichtig sei es zudem, dass die Schulen für den digital gestützten Unterricht gute Konzepte entwickeln, die die Schüler*innen motivierten und im Boot hielten, erläutert Esken. Für den nun anstehenden Schichtunterricht sei beispielsweise die Vorgehensweise des „inverted classroom“ interessant, was mit verdrehtem Klassenzimmer zwar übersetzt, aber nicht erklärt werden könne. Dabei erarbeiten sich die Schüler*innen einen Lerninhalt anders als bisher nicht im Unterricht, sondern zuhause, und zwar mittels Vorträgen in Videoformaten, Literaturhinweisen oder eigener Recherche. Während die Phase des Übens und Vertiefens anders als bisher nicht zuhause in Form von Hausaufgaben geschieht, sondern im Präsenzunterricht an der Schule. „Gerade beim Üben, Vertiefen und auch beim Übertragen des Gelernten auf neue Sachverhalte brauchen die Lernenden die Unterstützung durch die Lehrkräfte und auch die Interaktion mit anderen Schüler*innen – eigentlich ist das viel logischer als der ‚klassische‛ Unterricht“, führt Esken aus. Schulen, an denen diese Methode eingeführt worden sei, machten damit hervorragende Erfahrungen. Die Schüler*innen erzielten sehr gute Ergebnisse und auch die Lehrkräfte seien sehr zufrieden mit ihrer Arbeit. Dies habe sie im Rahmen von Erfahrungsaustauschen mit digital affinen Lehrkräfte und Fachleuten für digitale Bildung erfahren.

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