Reisepläne nicht aufgehoben, nur aufgeschoben

Saskia Esken sprach mit Parlaments-Stipendiatin aus Baiersbronn über ihren USA-Aufenthalt und über den neuen Schulalltag

CALW/BERLIN. Die Corona-Pandemie hat unser aller Leben verändert und dabei auch vielen Plänen einen Strich durch die Rechnung gemacht. So erging es auch Sanna Rothfuss, 17-jährige Schülerin aus Baiersbronn, die im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP) des Deutschen Bundestages im Herbst 2020 für ein Jahr als Stipendiatin in die USA gehen wollte.

Rothfuss, die die Luise-Büchner-Schule in Baiersbronn besucht, hatte sich 2019 für das Programm beworben. Sie wurde aufgrund ihrer guten Bewertung und dem exzellenten Eindruck, den sie bei Gesprächen mit dem Auswahlkomitee der Austauschorganisation „Youth for Understanding“ hinterlassen hatte, ausgewählt. Saskia Esken, Bundestagsabgeordnete aus Calw und Freudenstadt, übernahm gerne die Patenschaft für Sannas Aufenthalt in den USA. In diesem Austauschjahr würde Rothfuss bei einer US-amerikanischen Familie leben, eine lokale Schule besuchen, in eine andere Kultur eintauchen und Verbindungen für ihr ganzes Leben aufbauen. So weit der Plan, und Sanna freute sich schon riesig auf ihr Jahr in USA.

Doch es kam anders, denn angesichts der anhaltenden Gefährdungslage der COVID-19-Pandemie haben sich die Verantwortlichen des Austauschprogramms entschieden, das Programmjahr auf sechs Monate zu verkürzen und das Programm erst im Januar 2021 zu starten.

Vergangene Woche haben Esken und Rothfuss nun telefoniert und über die aktuelle Situation gesprochen. Rothfuss erzählte, wie sehr sie sich gefreut hatte, als sie ausgewählt wurde. Umso größer ist jetzt die Enttäuschung darüber, dass das Programm verschoben und verkürzt wird. „Dabei kann ich noch froh sein, dass mein Aufenthalt nicht gleich ganz abgesagt wurde, wie andere Stipendiaten das erleben mussten. Ob ich dann tatsächlich im Januar in die USA fahren kann, ist aber auch noch nicht sicher. Wir wissen ja nicht, wie sich die Corona-Situation in den nächsten Monaten entwickelt“, so Rothfuss. Esken äußerte viel Verständnis für die Enttäuschung und versuchte, der Schülerin ein bisschen Mut zuzusprechen. Corona würde gerade viele Pläne durchkreuzen, seien es Urlaubspläne, Jobwechsel, Karrieren oder eben auch Austauschprogramme. „Wir müssen lernen, damit umzugehen und das Beste daraus machen. Ich hoffe sehr, dass du im Januar wie geplant in die USA gehen und diese tolle Erfahrung machen kannst“, so Esken.

Esken und Rothfuss unterhielten sich außerdem über den neuen Schulalltag. Es ging um ausgefallene Prüfungen, den Unterricht von zu Hause und den unterschiedlichen Umgang von Schulkräften mit digitalen Medien. „Manche Lehrer geben uns dreimal pro Woche Aufgaben, manche einmal im Monat“, berichtete Rothfuss. Esken machte deutlich, dass die Schulen mit der Unterstützung von Bund und Ländern jetzt verstärkt digitale Konzepte entwickeln sollten. „Zu einer zeitgemäßen Bildung gehört die Digitalisierung längst dazu.“ Jetzt komme dazu, dass Corona auch den gewohnten Schulalltag ziemlich durcheinander wirbelt. „Digitale Lernangebote müssen Teil dieses Schulalltags werden, auch damit wir erneute Einschränkungen besser überstehen. Corona ist noch nicht überstanden“ machte Esken deutlich. In der Bundesregierung macht sich die SPD-Parteivorsitzende für die Unterstützung von Schulen und Lehrkräften stark, damit diese die Veränderungen gut bewältigen können.

Abschließend erzählte Rothfuss von ihren Plänen für die Zukunft. Sie habe sich noch nicht entschieden, ob sie eine Ausbildung macht oder doch Abitur und ein anschließendes Studium anstrebt. „Ich wollte schon immer bei der Polizei arbeiten, aber ein Medizinstudium reizt mich auch sehr“, so Rothfuss. Esken wünschte der Schülerin viel Gelassenheit bei ihrer Entscheidung.

Esken und Rothfuss verabredeten sich, gegen Ende des Jahres noch einmal miteinander zu reden, wenn sich herauskristallisiert hat, wie es mit dem Austauschprogramm weitergeht.

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